Pilotprojekt: Gebären ohne medizinische Intervention

Im Mai 2017 ist ein Pilotprojekt der Geburtshilfe am Kantonsspital Aarau gestartet. Schwangere können begleitet von Hebammen in neuen Geburtsräumen auf dem Spitalareal natürlich gebären. Die Nähe und der unmittelbare Kontakt zu Frauenklinik und Neonatologie sind dabei Programm. Das Projekt ist bislang einzigartig in seiner Art in der Schweiz.

Seit Mitte 2017 bietet das Kantonsspital Aarau als erstes Spital in der Schweiz hebammengeleitete Geburten in zwei speziell dafür eingerichteten Geburtszimmern an. Inzwischen sind in den umgebauten Räumlichkeiten bereits rund 30 Kinder auf die Welt gekommen. Dr. med. Monya Todesco, Chefärztin für Geburtshilfe und Perinatalmedizin, hatte die Idee für das innovative Angebot. Es sei einzigartig in der Schweiz und komme einem grossen Bedürfnis der Frauen nach, erklärte sie. Die Gebärenden werden von freiberuflich tätigen Hebammen mit grosser Erfahrung in ausserklinischer Geburtshilfe begleitet – ähnlich wie bei einer Hausgeburt. Doppelbett, Kinderbettchen und Wickeltisch, ein Aufenthaltsraum sowie das grosszügig eingerichtete Badezimmer schaffen eine wohnliche Atmosphäre. Die Nähe zur Frauenklinik macht den Unterschied: Diese liegt nur ein paar Schritte von den neuen Räumlichkeiten entfernt. Es läge im Ermessen der Hebammen zu entscheiden, wann der Einbezug von Ärzten sinnvoll sei, erklärt die Chefärztin. Das neue Angebot steht Frauen mit physiologisch einfachen Geburten nahe am Geburtstermin zur Verfügung. Komplexe Geburten werden nach wie vor in der Geburtsklinik des Kantonsspitals betreut. Diese sind in den letzten Jahren schweizweit im Steigen begriffen. Das Perinatalzentrum des KSA ist auf Risikoschwangerschaften und -geburten spezialisiert.