Nationaler Verein Swiss Hyperthermia Network gegründet

Im April 2017 ist der Verein «Swiss Hyperthermia Network» von Vertretern des Kantonsspitals Aarau gegründet worden. Dieser bezweckt die Organisation der Durchführung onkologischer Hyperthermie-Behandlungen in Kombination mit Strahlentherapie gemäss nationalen und internationalen Qualitätsrichtlinien. Die Vereinsgründung stand im Zusammenhang mit der Anerkennung der Therapieform als Pflichtleistung der Grundversicherung.

Prof. Dr. med. Stephan Bodis, Chefarzt des Radio- Onkologie-Zentrums der Kantonsspitäler Aarau und Baden, führt den Verein «Swiss Hyperthermia Network» seit Juni 2017 als Präsident. Das Kantonsspital Aarau entspreche mit der Vereinsgründung einer Auflage des Bundesamts für Gesundheit und präge gleichzeitig die Qualität der Hyperthermie-Behandlungen in der Schweiz massgeblich mit, erklärt er. Prof. Dr. med. Bodis, Dr. med. Emsad Puric und Prof. Dr. med. Niloy Datta des Radio-Onkologie-Zentrums hatten sich zusammen mit einem engagierten Team über Jahre für die Anerkennung dieser Therapie bei der obligatorischen Krankenversicherung eingesetzt. Die onkologische Hyperthermie in Kombination mit einer Strahlentherapie ist bei ausgewählten Indikationen seit 1. Januar 2017 eine Pflichtleistung der obligatorischen Krankenversicherung. Für eine Kostenübernahme wird vom Gesetzgeber verlangt, dass alle Kliniken, die eine solche Behandlung anbieten, dem neuen Verein angehören. Alle Patienten mit einer möglichen Indikation werden vor der Behandlung am «Swiss Hyperthermia Tumorboard» vorgestellt und beurteilt. Diese Tumorkonferenz, welche sich aus spezialisierten Ärzten zusammensetzt, legt das Behandlungsschema schriftlich fest. Sie wurde bereits im Jahr 2014 ins Leben gerufen und ihr gehören inzwischen 12 Kliniken, darunter verschiedene Universitäts- und Kantonsspitäler sowie Privatkliniken, an.